große Aufräumaktion

Liebe Leserin, lieber Leser,

wir erwarten Handwerker, die wahrscheinlich in meinem Büro-Bibliotheks-Keller Kabel verlegen müssen. Zum Glück haben wir seinerzeit beim Einzug große Kabelkanäle unter der Decke montiert, so dass die Verlegung an sich (hoffentlich) ohne große Probleme vonstatten gehen wird. Leider kommt man an die Kanäle stellenweise nur ran, wenn man die Bücherregale von der Wand rückt. Tja …

Inzwischen bin ich seit über eine Woche dabei, die Regale auszuräumen und Bücher auszusortieren. Ich hatte vor längerer Zeit durch eine Haushaltsauflösung einen ganzen Schwung Bücher geschenkt bekommen. Genau genommen waren es 16 Umzugskartons. Man konnte dem Sortiment ansehen, dass es sich um die Bibliothek eines ehemaligen Lehrerhaushalts handelte, doch es waren auch unheimlich viele Bücher dabei, die ich mir auch gekauft hätte. Es hat sich also gelohnt – nur, dass danach gut 2.300 Bücher in meinen Regalen standen. Zweireihig. Von „Überblick“ oder gar „Finden“ war keine Rede mehr. Mir war also schon lange klar, dass ich aussortieren muss, und zwar ziemlich radikal. Allerdings habe ich den Aufwand immer gescheut wie der Teufel das Weihwasser. Doch nun, wo die Handwerker da ran müssen, habe ich keine Ausrede mehr und bin fleißig dabei.

Einen ersten Durchgang habe ich heute abgeschlossen. So sieht mein Keller zur Zeit aus:

Ja, das Chaos hat ein Zuhause. Doch es wird werden …

Also, zur Erklärung:
Die Bücher, die bleiben dürfen, sind die Bücher, die in den Regalen liegen. Dazu kommen noch 22 Umzugskartons, zumindest nach jetzigem Stand. Beim Einräumen werde ich aber weiter aussortieren. Da sind bestimmt noch doppelte bei.
Bücher, die in den Regalen stehen, ziehen aus. Ich kontaktiere dafür ein Antiquariat und hoffe, dass sie alles abnehmen – und auch die 15 Klappboxen, die ich zur Zeit in der Eßecke geparkt habe.
Achja, das letzte Regal, da wo die Aktenordner unten drinstehen, habe ich noch nicht durchgesehen. Das sind in erster Linie Weihnachtsbücher, da muss ich mal gucken, was blieben darf.

Insgesamt habe ich bis jetzt knapp 1.000 der 2.300 Bücher aussortiert. Reicht noch nicht, klar, aber es ist ein Anfang. Und weißt Du was? Es fühlt sich verflixt gut an! Diese Aktion zusammen mit ein paar grundsätzlichen Entscheidungen sorgt dafür, dass mein Büro-Bibliotheks-Keller in absehbarer Zeit endlich wieder das wird, was er sein soll: Mein Zimmer.

Lieben Gruß,

Young, Samantha – The Truest Thing – Jeder Moment mit dir

Informationen zum Buch:
erschienen am 24.05.2022
Verlag Mira Taschenbuch
412 Seiten
ISBN 978-3-7457-0289-7
übersetzt von Ulrike Laszlo und Sabine Schilasky

Rezensionsexemplar bei http://vorablesen.de gewonnen

Klappentext / Zusammenfassung:
Erst wenn du dich von deiner Vergangenheit befreist, kann die wahre Liebe sich erfüllen.
Emery liebt ihre Buchhandlung und hat in dem Küstenort Hartwell eine Ersatzfamilie gefunden. Allerdings hat sie ein Geheimnis, von dem selbst ihre besten Freundinnen nichts wissen: Sie hat sich in Jack Devlin verliebt, der den Ruf eines Bad Boys genießt. Weil Emery zu schüchtern ist, wagt sie es nicht, ihm ihre Gefühle zu gestehen. Jeden Tag, wenn sie mit ansehen muss, wie Jack andere Frauen verführt, bricht ihr Herz ein Stück mehr. Doch dann liegt Emery in Jacks Armen, sie spürt seine sinnlichen Lippen auf ihren und eine ungeahnte Leidenschaft. Bis er sie von sich stößt. Tief verletzt will Emery ihn und alles, was sie je für ihn empfunden hat, vergessen. Aber plötzlich sucht Jack wieder ihre Nähe und setzt alles daran, dass sei ihm vergibt …

Meine Meinung:
Liebe Leserin, lieber Leser,

Jack und Emery brauchen 9 Jahre, um endlich zueinander zu finden. In diesem Buch kommt alles zusammen, was zu einem Liebesroman gehört: Eine wunderschöne, schlanke, wohlproportionierte junge Frau mit reichlich Vermögen im Hintergrund kommt in eine Kleinstadt und eröffnet trotz ihrer Schüchternheit einen Buchladen mit Kaffeetheke. Der stadtbekannte Don Juan ist ebenso perfekt gebaut (schlank, muskulös, braungebrannt, charmant …). Die beiden verlieben sich auf den ersten Blick, doch es gibt unheimlich viele Hindernisse aus dem Weg zu räumen, bis sie sich endlich ihre Liebe gestehen können. Um nur ein paar Hindernisse zu nennen: ein reicher Vater mit einem Geschäftsgebaren wie Al Capone, diverse Frauen diversen Alters mit diversen Traumata (u.a. Emery, die unter der mangelnden Liebe ihrer Eltern und ihrer Großmutter leidet), zerbrochene Freundschaften, Eifersucht, Mißverständnisse, ungewollte Schwangerschaft, Beinahe-Fehlgeburt usw. usf.

Mein Fazit:
Ich bin zu alt für dieses Buch. Wäre ich noch Anfang oder Mitte Zwanzig, wäre ich wohl begeistert und würde von dem Buch schwärmen. Jetzt, mit Ende 40, empfinde ich die Story als unrealistisch und an den Haaren herbei gezogen. Und wieder einmal stört es mich, dass alle Protagonisten perfekt und wunderschön sind. Keine Falten, keine Pickel, keine Speckröllchen … Nein, nicht mein Buch und vermutlich nicht mein Genre.

Lieben Gruß,


Ullrich, Volker – Acht Tage im Mai

Informationen zum Buch:
2021 erschienen
Verlag C. H. Beck oHG, München
253 Seiten
ISBN 978 3 406 74985 8

Klappentext / Zusammenfassung:
Die letzte Woche des Dritten Reiches hat begonnen. Hitler ist tot, aber der Krieg noch nicht zu Ende. Alles scheint zum Stillstand zu kommen, und doch ist alles in atemloser Bewegung. Volker Ullrich schildert Tag für Tag diese „zeitlose Zeit“ und entführt den Leser in eine zusammenbrechende Welt voller Dramatik und Gewalt, Hoffnung und Angst. Sein Buch ist eine unvergessliche Zeitreise in den Untergang.

„“Acht Tage im Mai“ ist ein faktenreiches, akribisch recherchiertes und zugleich faszinierendes Buch. Jeder Tag fesselt und wühlt den Leser auf. Es liefert fabelhaften Geschichtsunterricht in Corona-Zeiten.“
Tagesspiegel, Christina Brinck

„Ein spannendes, fast schon atemloses Buch, das einen förmlich zum Weiterlesen zwingt. Selten war Geschichte so packend.“
Stuttgarter Zeitung, Simon Rilling

Meine Meinung:
Liebe Leserin, lieber Leser,

ich interessiere mich sehr für das Thema „2. Weltkrieg“ und die Zeit drumherum, weil ich verstehen möchte, was damals geschah – auch wenn es eigentlich völlig unverständlich ist. Mir ist es wichtig, viel darüber zu wissen, auch um junge Menschen (insbesondere meine Söhne) dahingehend zu sensibilisieren, dass sich grade dieser Part der Geschichte um Himmelswillen nicht wiederholen darf.

Bislang habe ich schon so einiges gelesen: Romane, die in den 1940er Jahren spielten, Erinnerungen, Augenzeugenberichte, GEO epoche … alles gut recherchiert und sehr informativ und interessant. Doch diese acht Tage Anfang Mai 1945, davon habe ich bislang kaum etwas mitbekommen. Okay, Hitler hat sich durch Selbstmord aus der Verantwortung gestohlen, das ist bekannt. Familie Goebbels folgte ihm, auch das ist bekannt. Dass die Leichen verbrannt wurden, wußte ich auch. Dass die verkohlten Reste von Hitler und Eva Braun bis in die 1970er Jahre auf einem Militärstützpunkt verscharrt und erst dann restlos verbrannt und die Asche verstreut worden war, wußte ich beispielsweise nicht.

In der Schule lernten wir: „Hitler hat sich am 30. April umgebracht. Die Wehrmacht kapitulierte am 8. Mai. Damit war der Krieg zu Ende.“ Jo. Irgendwo schnappte ich dann mal Namen wie „Dönitz“ auf und auch von der „Cap Arcona“ hörte ich mal am Rande, aber näheres war mir leider nicht bekannt.

Und dann wurde ich auf dieses Buch aufmerksam – und neugierig. Meine Neugierde wurde nicht enttäuscht, im Gegenteil: Es ist vollgepackt mit Informationen und einer wahren Flut von Namen, was es mir zeitweise schwer machte, die Personen auseinander zu halten. Die besagten acht Tage werden akribisch beschrieben: was passierte wann und wo und wer machte was. Es wird aber auch beschrieben, welche Auswirkungen die einzelnen Handlungen hatten und wie alles zusammenhing. Ja, es ist ein Sachbuch, doch es ist dröge, sondern lässt sich gut lesen. Es ist gut recherchiert, verständlich und hat, trotz des sehr ernsten Themas, auch ein wenig Spaß gemacht. Trotzdem konnte ich es aufgrund der Flut an Informationen nur häppchenweise lesen.

Mein Fazit: Wer sich für Geschichte und insbesondere die Rolle der Deutschen im 2. Weltkrieg interessiert, für den ist dieses Buch Pflichtlektüre. Mein Exemplar wird erstmal zu meiner Mutter wandern, dann aber einen festen Platz in meinem Bücherregal finden. Ich schätze, ich habe es nicht zum letzten Mal gelesen.

Lieben Gruß,

Menger, Ivar Leon – Als das Böse kam

Informationen zum Buch:
erschienen am 20.07.2022
Verlag dtv
320 Seiten
ISBN 978-3-423-26339-9

gewonnen auf http://www.vorablesen.de

Klappentext / Zusammenfassung:
Seit Jahren verstecken sie sich auf der Insel: Mutter, Vater, zwei Kinder. Die Bedrohung ist allgegenwärtig – die Fremden vom Festland wollen die Familie auslöschen. Im selbstgebauten Schutzraum fühlen sie sich sicher. Bis die sechszehnjährige Juno eines Nachts eine furchtbare Entdeckung macht. Das Böse ist schon gefährlich nah …

Meine Meinung:
Liebe Leserin, lieber Leser,

Juno ist 16 Jahre alt und in völliger Abgeschiedenheit aufgewachsen. Seit 12 Jahren lebt sie mit ihren Eltern und ihrem Bruder auf einer Insel in Schweden, ohne Kontakt zur Außenwelt. Der Alltag ist von Ritualen bestimmt: Juno hilft im Haushalt, ihr Bruder braucht dies nicht. Unterrichtet werden die Kinder von der Mutter. Der Vater kümmert sich darum, dass das Haus instand gehalten wird und dass es immer genug Feuerholz zum Heizen und Kochen gibt. Außerdem fährt er einmal im Monat über den See und kauft die Dinge, die sie auf der Insel nicht anbauen, jagen oder fischen können. Auf der Insel können sich die Kinder frei bewegen. Doch es gibt ein paar Verbote: Montags, wenn der Briefträger „Onkel Ole“ kommt, müssen die Kinder auf ihren Zimmern bleiben. Sie dürfen die Insel nicht verlassen. Sie dürfen das Arbeitszimmer des Vaters nicht betreten. Und wenn die Sirene heult, müssen sie alles stehen und liegen lassen und in den Schutzraum unter der Küche rennen, bis die Gefahr vorbei ist. Denn die Familie ist in Gefahr: Die Fremdlinge aus dem Südland trachten ihnen nach dem Leben und nur die Wächter aus dem Nordland können sie beschützen.

In dieser Atmosphäre der Angst und Unwissenheit wachsen die Kinder auf.

Doch dann unterläuft Juno ein schwerwiegender Fehler, der die Dinge ins Rollen bringt.

Beim Lesen des Buches habe ich mehrmals gedacht: „Warum macht sie das?“ und „Es ist doch klar, dass …“, bis mir wieder einfiel, unter welchen Umständen Juno aufgewachsen ist. Sie hatte keinerlei Zugang zu den Dingen, die uns selbstverständlich erscheinen: keine Bücher (außer ein altes Märchenbuch und Naturkundebücher), keine Zeitungen, kein Radio oder Fernseher und schon gar kein Internet. Sie war völlig isoliert. Und genau in dieser anfänglichen Unwissenheit liegt der Charme der Geschichte. Es ist spannend mitzuerleben, wie Juno sich im Laufe der Zeit Dinge zusammenreimt, mutiger wird, Risiken eingeht. Und ganz plötzlich merkt man, dass die Geschichte unheimlich an Fahrt aufgenommen hat und den Leser förmlich atemlos mitreißt.

Wenn ich bedenke, dass „Als das Böse kam“ das erste Buch von Ivar Leon Menger ist, kann ich nur hoffen, dass seine nächsten Bücher mindestens genauso spannend werden. Ich werde auf jeden Fall die Augen offen halten.

Liebe Gruß,

Leseliste 2022

Liebe Leserin, lieber Leser,

seit 2019 schreibe ich auf, was ich im Laufe des Jahres so lese. Ich empfinde es als spannend, zu beobachten, wieviel es ist. Bereits letztes Jahr habe ich meine Liste hier auf diesem Blog geführt und dies möchte ich dieses Jahr wieder tun. Also, hier sind sie, die von mir gelesenen Bücher des Jahres 2022:

Nr.AutorTitelbeendetSeiten
1Hopkins, R.Stell dir vor …27.01.239
2Martin, G.R.R.Das Lied von Eis und Feuer – Band 804.02.538
3Benedict, M.Mrs. Agatha Christie22.02.314
4Martin, G.R.R.Das Lied von Eis und Feuer – Band 907.03.753
5Krup, AgnesLeo und Dora16.03.285
6Mattera, J.Der Koch, der zu Möhren und Sternen sprach18.03.217
7Martin, G.R.R.Das Lied von Eis und Feuer – Band 1027.03.699
8Wedekind, F.Frühlings Erwachen03.04.136
9Rygiert, B.Die Ullsteinfrauen und das Haus der Bücher06.04.484
10Pooley, C.Montags bei Monica14.04.426
11Sträter, T.Gutenachtgeschichten23.04.506
12Lux, L.Kukolka23.04.375
13Kreutzer/GardeinDie gruseligsten Orte in Hamburg24.04.280
14Lynch, P.Grace11.05.541
15McDonnell, C.K.The Stranger Times22.05.462
16Young, S.The truest Thing – Jeder Moment mit Dir05.06.412
17Ullrich, V.Acht Tage im Mai13.06.253
18Fear Street14.06.366
19Adams, L.K.The Secret Book Club – Band 1400
20Menger, I.L.Als das Böse kam28.06.320
21Weiler, J.Der Markisenmann333
Bücher ohne „beendet“-Eintrag werden aktuell oder demnächst gelesen.

Damit habe ich aktuell 20 Bücher mit insgesamt 8.006 Seiten gelesen.

In den letzten Jahren sah mein Jahressaldo so aus:

JahrAnzahl BücherAnzahl Seiten
2019248.556
2020269.993
202194.795

Ich bin gespannt, was für ein Lesejahr 2022 wird.

Lieben Gruß,

Smoky schreibt – und kommt nicht weiter

Liebe Leserin, lieber Leser,

solange es Menschen gibt, solange gibt es Geschichten. Sie wurden von Mund zu Ohr weitergegeben, auf Höhlenwände gemalt, und irgendwann wurden die Worte aufgeschrieben. Besondere Geschichten wie die Evangelien wurden reich verziert und standen nur hohen Würdenträgern wie Bischöfen und Äbten oder sehr reichen Männern zur Verfügung. Eines dieser reich verzierten Evangelien ist das Book of Kells, das im Trinity College, Dublin, Irland, ausgestellt ist – hinter Glas und gut bewacht. Das Kopieren dieser Bücher war langwierig und teuer, musste doch alles per Hand geschrieben werden. Und wehe, der Schreiber verschrieb sich!

Dann kam Johannes Gutenberg und erfand den Buchdruck mit beweglichen Lettern. Eine Revolution! Plötzlich konnten von einer Seite mehrere Exemplare gedruckt werden, ohne großen Aufwand. Die Reproduktion des geschriebenen Wortes wurde viel einfacher und kostengünstiger. Immer mehr Menschen konnten sich ein Buch leisten. Immer mehr Menschen lernten Lesen und Schreiben. Der Bedarf an immer neuen Geschichten und Büchern stieg.

So lange ich mich erinnern kann, lese ich.
Seit ich Teenager bin, schreibe ich Tagebuch (wenn auch mit Unterbrechungen).
Als Schülerin hatte ich viele Brieffreundschaften.
Ich hatte einen Bürojob.
Seit ein paar Jahren führe ich meinen Kalender wieder handschriftlich.

Worte auf Papier gehören für mich zum Leben dazu wie Essen, Trinken, Schlafen und Lieben. Sie sind essentiell. Ich versuche, dieses Gefühl an meine Kinder weiterzugeben, was mir bislang wohl auch recht gut gelungen ist: Mein großer Sohn verschenkt an einen langjährigen Freund und an meinen Mann seit ein paar Jahren zum Geburtstag und zu Weihnachten Fortsetzungsgeschichten, die auf die Beschenkten zugeschnitten sind. Beide Kinder lesen und gehen gern mit mir in die örtliche Buchhandlung oder Bücherei zum Stöbern. Und wir gehen NIE ohne mindestens ein Buch wieder raus. Ein Buch pro Person natürlich.

Seit ein paar Monaten gehe ich mit einer Idee schwanger: ein eigenes Buch. Zur Zeit stehe ich noch ganz am Anfang meiner Reise und ich habe keine Ahnung, wo mich diese Reise hinführen wird. Werde ich am Ende mein eigenes Buch in Händen halten? Das wäre ein Traum! Doch bis zur Erfüllung dieses Traums ist es ein weiter Weg, das ist mir bewußt. Und ich bin grade etwas ratlos, weshalb ich meine werte Leserschaft um Unterstützung bitte:

Meine Idee habe ich grob umrissen im Kopf und den Anfang der Geschichte bereits geschrieben. Ja, der Anfang ist grottenschlecht und ich werde mein bisher verbrochenenes gründlich überarbeiten müssen. Das ist mir durchaus klar.

Gestern Abend habe ich begonnen, Charakterbögen für meine Protagonisten zu erstellen. Die Vorlage, die ich dafür verwendet habe, fand ich auf http://deinbuchschreiben.de Diese Charakterbögen führen mir vor Augen, dass ich zunächst noch viel an meinen Charakteren feilen sollte, um sie plastisch in der Geschichte zum Leben erwecken zu können. Auch ist mir aufgefallen, dass ich summa summarum viel zu viele Charaktere habe. Andererseits spielt die Geschichte an einer Schule, von daher …

Worum es mir geht und worum ich Euch bitte:

  • Könnt Ihr mir Tipps geben?
  • Was muss ich unbedingt beachten?
  • Wo finde ich Informationen, die mich auf den richtigen Weg bringen können? Am Ende des Beitrags ist eine Link-Liste, was ich bereits gefunden habe.
  • Wie kann ich mich motivieren, am Ball zu bleiben?

Ich weiß, meine Fragen sind sehr allgemein gefasst. Trotzdem hoffe ich, Ihr könnt mir ein wenig auf die Sprünge helfen. Zur Zeit habe ich nämlich das Gefühl, in der Luft zu hängen.

Und jetzt hole ich mir erstmal einen Kaffee und bastel weiter Charaktere.

Lieben Gruß,
Eure

Bislang habe ich auf folgenden Seiten gelesen:
https://storyanalyse.de/https://deinbuchschreiben.de/https://www.die-schreibtrainerin.de/buch-schreiben/https://www.piper.de/in-sechs-einfachen-schritten-zum-eigenen-romanhttps://marie-grasshoff.de/category/autorentipps/

Kreutzer/Gardein (Hrsg.) – Die gruseligsten Orte in Hamburg (Schauergeschichten)

Informationen zum Buch:
2020 erschienen
Gmeiner-Verlag GmbH
280 Seiten
ISBN 978-3-8392-2703-9

Klappentext / Zusammenfassung:
Grusel und Schauer in Hamburg
Zwölf gruselige Geschichten von zwölf Autoren über zwölf reale Orte in Hamburg, angelehnt an Legenden und Ereignisse vom frühen Mittelalter bis in die Gegenwart: Wie die Wikinger die Hmmaburg überfielen und brandschatzten. Warum der Teufel sich an der Teufelsbrück kein Schnippchen schlagen lässt und wie Störtebeker seinen Tod sühnte. Welche finsteren Geheimnisse der Klosterstern in Harvestehude birgt und welchen Gefahren in den Atombunkern am Hauptbahnhof lauern.

Meine Meinung:
Liebe Leserin, lieber Leser,

„gruselige Orte“ sind etwas anderes, finde ich. Zumindest würde ich weder den alten Elbtunnel noch die Schilleroper oder den Bunker beim Hauptbahnhof als „gruselig“ bezeichnen. Die Geschichten sind allerdings größtenteils schon schaurig, wenn auch nicht so richtig gruselig. Zumindest mich hat es nie gegruselt. Für waren es eher Krimis, Anekdoten und/oder historische Begebenheiten. Aber gruselig? Oder schaurig? Nö.

Viel mehr kann ich zu dem Buch auch nicht sagen, wenn ich ehrlich sein soll. Nur noch soviel: Der Titel des Buches geht komplett am Inhalt vorbei. Hamburg ist eine Stadt, die reich an Geschichten und Geschichtenerzählern ist. Da hätte man mehr draus machen können, mehr, was dem Buchtitel entspricht.

Ich hake das Buch als „Erfahrung“ ab. Weiterempfehlen würde ich es nicht.

Lieben Gruß,


Pooley, Clare – Montags bei Monica

Informationen zum Buch:
erschienen im August 2021
Goldmann Verlag
428 Seiten
ISBN 978-3-422-20628-5
übersetzt von Stefanie Retterbush

Klappentext / Zusammenfassung:
In Monicas Café werden sechs Fremde zu einer liebevollen Gemeinschaft.
Julian ist es leid, seine Einsamkeit und Verletzlichkeit vor anderen zu verstecken. Der alte Herr schreibt sich seine wahren Gefühle von der Seele und lässt das Notizheft in einem kleinen Café liegen. Dort findet es Monica, die Besitzerin. Gerührt von Julians Geschichte, beschließt sie, ihn aufzuspüren, um ihm zu helfen. Und sie hält ihre eigenen Sorgen und Wünsche in dem Büchlein fest, ohne zu ahnen, welch heilende Kraft in diesen kleinen Geständnissen liegt: Als das Notizbuch weiterwandert, wird aus den sechs Findern ein Kreis von Freunden, die einander helfen und beistehen. Monicas Café wird dabei ihr zweites Zuhause, und auf Monica selbst wartet dort das ganz große Glück …

Meine Meinung:
Liebe Leserin, lieber Leser,

dieses Buch war ein Wunschbuch meinerseits und der Wunsch wurde mir erfüllt – von meiner Schwägerin Monika. Von wem auch sonst, bei dem Titel 😉

In Monicas Café trifft sich Gott und die Welt – nur leider nicht genug Leute, damit das Café eine Überlebenschance hat. Doch dann lässt ein alter Herr sein Notizheft in dem Café liegen. Monica liest seine „Wahrheit“ und will helfen. Dann schreibst sie ihren sehnlichsten Wunsch in das Heftchen und läßt es an einem anderen Ort liegen. Und so nehmen die Dinge ihren Lauf und das Heft wird von sechs Menschen gefunden, die unterschiedlicher nicht sein können: der alte Mann und die Cafébesitzerin Monica mit Kinderwunsch, ein ehemaliger Junkie, ein Weltenbummler, eine überforderte Mutter, eine chronisch neugierige Kindergärtnerin und eine alte Frau – und sie alle treffen sich früher oder später regelmäßig in Monicas Café und werden zu Freunden.

„Montags bei Monica“ ist ein Wohlfühlbuch. Ich habe es in einem Rutsch durchgelesen. Dabei habe ich oft geschmunzelt, ab und zu den Kopf geschüttelt und ein- oder zweimal fühlte mich etwas traurig – doch alles in allem ist ein gutes Buch für entspannte Lesestunden aufm Sofa oder der Terrasse oder am Strand oder oder oder.

Lieben Gruß,


Rygiert, Beate – Die Ullsteinfrauen und das Haus der Bücher

Informationen zum Buch:
erschienen im November 2021
Ullstein Verlag
484 Seiten
ISBN 978-3-548-06421-5

Klappentext / Zusammenfassung:
Drei schillernde Frauen und ihr Griff nach den Sternen
Berlin in den goldenen 20ern: Auf einem Bankett lernt die glamouröse Rosalie Gräfenberg den Generaldirektor des Ullsteinverlags Franz Ullstein kennen. Die junge Frau ist geschieden, erfolgreiche Journalistin und die beste Freundin von Verlagsredakteurin und Autorin Vicki Baum. Um Franz Ullstein ist es sofort geschehen. Er verliebt sich in Rosalie und macht ihr kurz drauf einen Antrag. Doch seinen vier Brüdern ist sie ein Dorn im Auge, zu unangepasst ist ihnen die junge Frau. Durch eine Intrige versuchen sie, Rosalie von Franz zu trennen. Aber Vicki Baum und ihr aufgewecktes Tippfräulein Lilli lassen nicht zu, dass nur die Männer die Regeln diktieren und Rosalies Ruf ruinieren. Ab jetzt entscheiden die Frauen selbst, was Erfolg ist und wie jede von ihnen ihr Glück finden wird.

Meine Meinung:
Liebe Leserin, lieber Leser,

das Leben in den 1920er Jahren war alles andere als einfach. Dies galt sowohl für die Arbeiterschicht, aber auch für die Unternehmer. Und doch waren die Unterschiede in den Lebensstilen (auch vorm „Schwarzen Freitag“ 1929) drastisch.

Die 1920 waren eine Zeit des Umbruchs: Der erste Weltkrieg war vorbei, die Wirtschaft erholte sich langsam wieder. Die Emanzipation der Frauen nahm an Fahrt auf. Und die Protagonistinnen dieses Buches zeigen all das wunderbar auf: Vicki Baum, die mit ihrem Mann eine eher offene Ehe führt und unheimlich selbstständig und selbstbewußt ist. Rosalie Gräfenberg, freischaffende Jounalistin und geschieden, ebenso selbstbewußt wie ihre Freundin Vicki. Und Lilli, das Tippfräulein und große Bewunderin von Vicki, die aus einfachen Verhältnissen kommt und sich dank der Unterstützung ihrer Familie, ihres Verlobten und natürlich Vicki Baum und Rosalie Gräfenberg einen Traum erfüllt.

Im Zentrum der Geschichte steht Rosalie: Sie kommt nach mehreren Jahren in Paris wieder nach Berlin zurück. Beruflich hatte sie schon länger mit dem Ullstein-Haus Kontakt, allerdings „nur“ mit der Zeitungsredaktion. Durch ihren Liebhaber lernt sie den Generaldirektor des Verlages, Franz Ullstein, kennen und lieben und sie heiraten. Es kommt, wie es kommen muss: Seine Brüder, die ebenfalls im Aufsichtsrat des Ullstein-Verlags sitzen, machen ihnen das Leben schwer und bezichtigen Rosalie, Franz nur des Geldes wegen geheiratet zu haben. Rosalie kämpft, unterstützt von ihrer Freundin Vicki Baum, dem Tippfräulein Lilli und deren Verlobten Paul, gegen die Intrigen an und gemeinsam mischen die vier unbeabsichtigt den ganzen Verlag auf.

Das Buch ist frisch geschrieben und leicht zu lesen. Es hat Spaß gemacht, die Frauen zu begleiten und ein wenig in Rosalies Gedankenwelt einzutauchen. Besondere Würze bekommt die Geschichte meiner Meinung nach, weil alle Charaktere (außer Lilli und ihrem Umfeld) tatsächlich lebten und miteinander agierten: Franz Ullstein und seine Brüder leiteten den Verlag, Rosalie und Franz waren miteinander verheiratet und Vicki Baum hat lange für den Verlag gearbeitet. Auch die Intrigen gab es. All diese Fakten werden auf interessante, fesselnde Weise erzählt. Es macht einfach Spaß.

Meine Empfehlung: Nimm Dir einen Tag frei, stelle Getränke und Knabberkram in Griffweite und tauche ab in die Roaring Twenties in Berlin.

Viel Spaß dabei,


Sträter, Torsten – Gutenachtgeschichten

Informationen zum Buch:
erschienen im April 2021
Ullstein Verlag
506 Seiten
ISBN 978-3-548-06454-3

Klappentext / Zusammenfassung:
Ohne Witz: Sträter kann auch Horror. Zum Gruseln!

Jahre bevor er Deutschlands Bühnen mit seinem launigen Humor beschallte, übte sich Torsten Sträter in der ersten seiner Königsdisziplinen: Gruselgeschichten. Und alle waren begeistert. In diesem Buch mit Horror-Storys, die in der Zeit zwischen 2003 und 2006 entstanden, zeigt der Meister des abseitigen Humors eindrucksvoll, dass das Grauen nicht nur auf verfallenen Friedhöfen oder fernen schottischen Schlössern wütet. Es kann uns ebenso ereilen in Altenheimen, auf Autobahnen oder gar im heimischen Wohnzimmer. Gruselig, schräg und schon mit dem ganz speziellen Sträter-Humor versehen, lassen diese Geschichten schmunzeln, erschauern und machen vor allem eins: Spaß.

Meine Meinung:
Liebe Leserin, lieber Leser,

Als ich dieses Buch in der Buchhandlung sah, musste ich es einfach mitnehmen. Hey, Sträter! Das klingt gut! Ich mag ihn und seinen Humor. Egal, ob bei „nuhr im Ersten“, „Sträter“, „Gipfeltreffen“ und wo auch immer er sonst noch so auftritt, er bringt mich immer zu Lachen. Und das tut in diesen Zeiten sowas von gut! Was mir so besonders gefällt: Sein Humor ist nicht so platt und prollig wie beispielsweise Mario Barth (dem ich absolut nicht aufs Fell gucken kann!), sondern überlegt, manchmal tiefgründig, aber immer mit Fundament. Und er nennt die Dinge beim Namen, beispielsweise seine Depression: Depressiv zu sein ist keine Schwäche, sondern eine Krankheit, und für Krankheiten muss man sich nicht schämen. Für Schwäche übrigens auch nicht, nur mal so am Rande.

Zum Buch: Was sind eigentlich „Horrorgeschichten“? Wikipedia kommt mit einer ausführlichen Erklärung rüber, wonach „die Horrorgeschichte eine Geschichte ist, die den Leser schockt oder ängstigt und eventuell sogar Gefühle der Abscheu oder des Hasses bei ihm auslöst. Hauptthemen der Horrorliteratur sind laut dem Dictionary Mord, Selbstmord, Folter, Angst, Verrücktheit, Gespenster, Vampire, Doppelgänger, Succubi, Incubi, Poltergeister, dämonische Pakte, teuflische Besessenheit, Exorzismus, Hexerei, Voodoo, Lykanthropie und das Makabere.“ Nach dieser Definition hat Sträter tatsächlich Horrorgeschichten geschrieben, doch die genannten Gefühle haben die wenigsten der Geschichten in dem Buch bei mir ausgelöst. Ja, es sind viele gute Plot-Ideen darin, und doch …

Ich weiß nicht, ob ich wirklich eine Leseempfehlung aussprechen möchte. Sagen wir es mal so: Als Einsteigerbuch in das Genre ist es geeignet. Für eingefleischte Sträter-Fans auch. Für eingefleischte Horror-Fans eher weniger.

Mein Fazit: Lieber Torsten Sträter, bitte bleibe bei dem, was Du echt gut kannst und das sind Deine Bühnenshows und Dein Humor. Horror ist nicht so Deine Königsdisziplin.

Lieben Gruß,