Gedanken zum Herbst

Ich sitze am Schreibtisch und erledige ein paar Dinge, die erledigt werden wollen. Neben meiner Tastatur dampft eine Tasse Kaffee vor sich hin. In der Küche wartet eine Kanne Tee auf mich. Kräutertee der Mischung „Helgoländer Schietwetter“. Das paßt zum Blick nach draußen: Der Himmel ist einheitlich grau und es regnet. Die Eichen an der Straße werfen ihre Früchte ab und ihre Blätter beginnen, braun zu werden.

Der Herbst ist da.

Jetzt ist wieder die Zeit, sich mehr im Haus aufzuhalten. Ich liebe es, auf dem Sofa zu sitzen, in eine Wolldecke eingekuschelt mit einem Heißgetränk in Reichweite. Vielleicht steht ein Teller mit Kuchen oder Keksen daneben und überall im Raum verströmen brennende Kerzen ihr heimeliges Licht. Ich mache Handarbeiten oder bin in ein Buch vertieft. Dabei ist es ganz egal, was für ein Buch, solange es mich fesselt. Vielleicht ist es etwas lustiges, denn Lachen ist gesund und muntert die Seele auf. Vielleicht ist es ein Krimi, da die dort meist vorherrschende düstere Stimmung zum Wetter passt. Vielleicht lese ich aber auch Fantasy, wo ich in Gedanken in andere Welten reisen kann.

Ich liebe es, im Warmen zu sitzen und es mir gemütlich zu machen, während sich draußen Mutter Natur austobt. Gibt es etwas schöneres, als am Fenster zu sitzen, während die Bäume sich im Sturm wiegen und der Regen gegen die Scheiben peitscht, und dabei zu wissen: Heute darf ich zu Hause bleiben?

Herbst heißt für mich auch, warm eingepackt Spaziergänge zu machen. Mich durchpusten lassen. Schöne Blätter, Eicheln, Kastanien und Bucheckern zu sammeln. Es ist ein wunderbares Gefühl, nach solch einem Spaziergang durchgekühlt und ausgelüftet ins warme Zuhause zu kommen. Die Blätter werden gepresst, die anderen Schätze stilvoll arrangiert. Im Wohnzimmer und in der Essecke stehen verteilt Teller und Schalen mit gesammelten Schätzen, teilweise mit Kerzen dabei. Nach Hause kommen, die Kerzen anzuzünden, Tee oder Kaffee kochen und dann ab aufs Sofa unter die Kuscheldecke – wunderbar!

Es braucht so wenig zum Glücklich sein. Man muss nur mal die Augen aufmachen und in sich reinhorchen. Wahres Glück liegt nicht im Materiellen, es ist imateriell. Ein warmes, gemütliches Zuhause, wenn es draußen kalt und dunkel wird. Kuschelzeit mit der Familie. Heutzutage nennt man es wohl „hyggelig“, da die Skandinavier wohl die Gemütlichkeit im Haus erfunden haben. In meinen Augen stimmt das nicht: Im Norddeutschen nennt man das „kommod“. Und genau das ist es auch für mich: mien kommodes Tohuus.

Eure

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