Seeberger, Astrid – Nächstes Jahr in Berlin

Informationen zum Buch:
erschienen am 10.02.2021
Verlag Urachhaus
250 Seiten
ISBN 978-3-8251-5261-1

Klappentext / Zusammenfassung:
Dies ist eine Geschichte, die erzählt werden muss: die Geschichte, die eine Tochter ihrer verstorbenen Mutter schuldet. Sie erzählt das Schicksal einer deutschen Familie aus Ostpreußen, geprägt von Verlust, Hoffnung und der Suche nach einem neuen Leben in den politischen Wirren des 20. Jahrhunderts.

Aus Astrid Seebergers Feder fließt diese Geschichte bildgewaltig, klug und poetisch dicht. Sie beschwört Orte der Sehnsuch, Zufluchtsorte mit ihrer einmaligen Zauberkraft herauf und skizziert ihre Charaktere mit genauem Blick.

Nächstes Jahr in Berlin ist der erste Teil ihrer groß angelegten, autobiografisch inspirierten Familiengeschite, die mit Goodbye, Bukarest bereits viele Leser begeistern konnte.

Meine Meinung:
Liebe Leserin, lieber Leser,

dieses Buch ist keines, das ich mal eben so nebenbei lesen kann. Es ist ein Buch, das mich gefangen genommen hat. Die Protagonistin erzählt rückblickend von ihrer eigenen Kindheit, die von der Geschichte ihrer Mutter stark beeinflusst war. Ihre Mutter wuchs in Ostpreußen auf, verlor auf der Flucht in den Westen während des 2. Weltkriegs ihre Familie aus den Augen und schlug sich alleine durch – ohne Papiere, ohne Ausbildung, durch den Krieg und die Flucht traumatisiert.

Das Buch beginnt mit dem Tod der Mutter. Dieses einschneidende Erlebnis im Leben jedes Kindes, egal wie alt es ist, veranlasst die Protagonistin, sich mit ihrem eigenen Leben auseinanderzusetzen, ihre Entscheidungen zu hinterfragen und vor dem, was die Mutter im Laufe ihres Lebens erzählt, angedeutet oder auch verschwiegen hat, neu einzuordnen. Im Grunde lernt sie ihre Mutter jetzt erst kennen und verstehen.

Das ganze Buch ist in einer sehr ruhigen, unaufgeregten Sprache verfasst. Es transportiert die Gefühlssituation der Protagonistin sehr gut: Mutter verstorben, Trauer, lang verschüttete Erinnerungen kommen wieder ins Bewußtsein. Es kommt ohne Action und Spannung aus. Tatsächlich wäre das eher störend. Es ist ein melancholisches Buch, mit verhältnismäßig wenig direkter Rede. Ich würde es eher mit einem Tagebuch vergleichen denn mit einem Roman oder Tatsachenbericht.

Meine Empfehlung
Wer sich für den zweiten Weltkrieg interessiert und ein persönliches Schicksal lesen möchte, was diese Zeit aus einem Menschen machen kann und wie sie auch nachfolgende Generationen indirekt beeinflusst, der sollte dieses Buch lesen – möglichst ohne Unterbrechung.

Lieben Gruß,

Oswald, Susanne – Der kleine Strickladen in den Highlands

Informationen zum Buch:
erschienen am 2019
Verlag MIRA Taschenbuch
332 Seiten
ISBN 978-3-7457-0044-2

Klappentext / Zusammenfassung:
Eisige Winde fegen über den Loch Lomond und die Hügel der Highlands glühen in den Farben des Herbstes. Erst seit Kurzem weiß Maighread, dass in dieser zauberhaften Landschaft ihre Wurzeln liegen, den hier lebt ihre Großutter“Eisige Winde fegen über den Loch Lomond, und die Hügel der Highlands glühen in den Farben des Herbstes. Erst seit Kurzem weiß Maighread, dass in diesser zauberhaften Landschaft ihre Wurzeln liegen, denn hier lebt ihre Großmutter. Vielleicht ist ein Ausflug in die Vergangenheit ihrer Familie genau die Ablenkung, die sie nach der Trennung von ihrem Freund braucht. Allerdings ist Maighreads Großmutter vorerst alles andere als begeistert von dem Auftauchen ihrer Enkelin. Aber Maighread hat genug zu tun, schließlich hat der gemütliche Wolladen in dem kleinen Ort am Loch Lomond ihren heimlichen Traum von solch einem Strickparadies geweckt. Vielleicht ist es genau diese Leidenschaft für das Handarbeiten, die Maighread und ihre Großmutter näher zusammenbringt.

Meine Meinung:
Liebe Leserin, lieber Leser,

gestern Abend habe ich dieses Buch zu Ende gelesen und war froh, endlich mal wieder ein Buch in Händen gehabt zu haben, dass sich leicht lesen ließ, sich nicht aus der Hand legen lassen wollte und bei dem ich mit den Protagonisten mitfühlen konnte. Ich habe teilweise geschmunzelt, Herzklopfen und Tränen in den Augen gehabt. Und das alles gepaart mit meiner Liebe zu schönen Garnen, die auch in dem Buch keine unwichtige Rolle spielen. Ein Buch nach meinem Geschmack, ein Buch für die Seele. Ich freue mich schon auf die Fortsetzung, die im Herbst erscheinen soll.

Da die Beschreibung meinerseits auch im Forum von Bookcrossing Interesse weckte, habe ich beschlossen, das Buch auf Reisen zu schicken. Es wird nun unter interessierten Bookcrossern die Runde machen. Ich bin gespannt, was andere Leseratten davon halten.

Lieben Gruß,